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ISO/IEC 27001:2022

ISO/IEC 27001 – Informationssicherheits-Management

ISO/IEC 27001 ist der international führende Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS). Die aktuelle Fassung ISO/IEC 27001:2022 definiert Anforderungen an Aufbau, Betrieb und kontinuierliche Verbesserung eines ISMS; Anhang A enthält 93 Sicherheitsmaßnahmen (Controls) in vier Themengruppen.

Die Zertifizierung erfolgt durch akkreditierte Stellen (in Deutschland über die DAkkS) im Drei-Jahres-Zyklus: Erstzertifizierung, zwei Überwachungsaudits, Re-Zertifizierung. Für viele Auftraggeber, Ausschreibungen und Regulierungen (NIS2, KRITIS-Nachweise, TISAX-Basis) ist ISO 27001 der anerkannte Nachweis gelebter Informationssicherheit.

Standard
ISO/IEC 27001:2022
Controls
93 (Anhang A)
Zyklus
3 Jahre + Überwachungsaudits

Sicherheitstests im Standard

  • A.8.8 – Management technischer Schwachstellen: Schwachstellen müssen identifiziert, bewertet und behandelt werden.
  • A.8.29 – Sicherheitsprüfungen in Entwicklung und Abnahme: Security-Tests sind Teil des Entwicklungszyklus.
  • A.5.35 – Unabhängige Überprüfung der Informationssicherheit in geplanten Abständen.
  • A.8.25–8.34 – sichere Entwicklung: von Anforderungen über Coding bis Testdaten.
  • Kapitel 9 (Bewertung der Leistung) verlangt Nachweise, dass Maßnahmen wirksam sind – Auditoren erwarten hierfür regelmäßig Pentest-Berichte.

Abgrenzung: ISO 27001 vs. BSI IT-Grundschutz

In Deutschland existiert mit dem BSI IT-Grundschutz ein alternativer, detaillierterer Ansatz; eine Zertifizierung „ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz“ kombiniert beide Welten. International anerkannt und für die meisten Unternehmen schlanker umsetzbar ist die native ISO-27001-Zertifizierung.

So setzen Sie es um

  1. 1

    Geltungsbereich festlegen

    Scope des ISMS definieren: Standorte, Prozesse, Systeme – klein starten ist zulässig und üblich.

  2. 2

    Risikoanalyse durchführen

    Assets, Bedrohungen und Risiken bewerten; Risikobehandlungsplan und Statement of Applicability (SoA) erstellen.

  3. 3

    Controls umsetzen

    Die anwendbaren Anhang-A-Controls implementieren – Richtlinien, technische Maßnahmen, Schulungen.

  4. 4

    Wirksamkeit belegen

    Internes Audit, Management-Review und Penetrationstest als Wirksamkeitsnachweis (A.8.8, A.5.35) durchführen.

  5. 5

    Zertifizierungsaudit

    Stage 1 (Dokumentenprüfung) und Stage 2 (Umsetzungsprüfung) mit akkreditierter Zertifizierungsstelle.

  6. 6

    ISMS weiterbetreiben

    KVP leben: jährliche Überwachungsaudits, Re-Zertifizierung nach drei Jahren, Tests in festen Intervallen.

Was droht bei Verstößen?

ISO 27001 ist freiwillig – es gibt keine gesetzlichen Bußgelder. Das Zertifikat kann jedoch bei Audit-Abweichungen ausgesetzt oder entzogen werden, was Kundenverträge und Ausschreibungen gefährdet, die eine gültige Zertifizierung voraussetzen.

Die Rolle des Penetrationstests

Auditoren akzeptieren Penetrationstests als zentralen Wirksamkeitsnachweis für A.8.8 (Schwachstellenmanagement) und A.5.35 (unabhängige Überprüfung). Ein jährlicher Pentest mit Retest ist gelebte Best Practice zertifizierter Unternehmen.

Pentest-Anforderungen der ISO 27001

Offizielle Quellen & Belege

Alle Angaben dieses Artikels stützen sich auf die folgenden Primärquellen (Stand: 2026-07-17).

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