MDR Cybersicherheit für Medizinprodukte
Die EU-Medizinprodukteverordnung verlangt nachweisbare IT-Sicherheit für Medizinprodukte mit Software. Wir testen Ihre Geräte- und App-Software so, dass sie der Cybersicherheits-Bewertung der Benannten Stelle standhält.
Was ist die MDR?
Die MDR (Medical Device Regulation, Verordnung (EU) 2017/745) ist die EU-weite Verordnung für Medizinprodukte und gilt verbindlich seit dem 26. Mai 2021. Sie umfasst ausdrücklich auch Software als Medizinprodukt (Software as a Medical Device, SaMD).
Anhang I der MDR fordert in den grundlegenden Sicherheits- und Leistungsanforderungen (insbesondere Ziffer 17.2) IT-Sicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus. Die konkrete Auslegung erfolgt über die Leitlinie MDCG 2019-16 sowie die Normen IEC 62304 und IEC 81001-5-1.
Rechtsgrundlage
EU 2017/745
Gilt seit
26. Mai 2021
Leitlinie
MDCG 2019-16
Welche Cybersecurity-Pflichten bringt die MDR mit sich?
Hersteller müssen Cybersicherheit „by design" umsetzen und über den gesamten Lebenszyklus aufrechterhalten. Die Benannte Stelle prüft diese Nachweise im Rahmen der Konformitätsbewertung.
Threat Modeling
Bedrohungen und Angriffsflächen Ihres Produkts systematisch erfassen
Gap-Analyse
Abgleich gegen MDCG 2019-16 und die relevanten Normen
Security-Test / Pentest
Technische Prüfung von Gerät, App und Backend
Findings beheben
Schwachstellen schließen und Maßnahmen verifizieren
Dokumentation
Prüfnachweise für die technische Dokumentation und Benannte Stelle
Was passiert ohne MDR-Cybersicherheitsnachweis?
Die Cybersicherheit ist Teil der grundlegenden Sicherheits- und Leistungsanforderungen. Ohne Nachweis riskieren Hersteller den Marktzugang, behördliche Eingriffe und Haftung.
Keine CE-Kennzeichnung
Kein Marktzugang
Ohne belastbaren Sicherheitsnachweis verweigert die Benannte Stelle die Konformitätsbewertung – das Produkt darf nicht in Verkehr gebracht werden.
Rückruf & Marktrücknahme
Behördliche Eingriffe
Zuständige Behörden können Produkte vom Markt nehmen, Rückrufe anordnen und den Vertrieb untersagen, wenn Sicherheitsanforderungen nicht erfüllt sind.
Bußgelder & Haftung
Sanktionen nach MPDG
Verstöße werden in Deutschland nach dem Medizinprodukterecht-Durchführungsgesetz (MPDG) geahndet – zzgl. Produkthaftung bei Schäden durch unsichere Software.
Wie wir Medizinprodukte-Software absichern
Wir kombinieren Penetrationstests mit dem regulatorischen Blick auf MDCG 2019-16 – damit Ihre Sicherheitsnachweise bei der Benannten Stelle bestehen.
Threat Modeling
Strukturierte Bedrohungsanalyse Ihres Medizinprodukts nach MDCG 2019-16 – Grundlage für ein belastbares Sicherheitskonzept.
Penetrationstest
Manuelle Sicherheitstests von Geräte-Firmware, Mobile App, Web-Portal und Backend-APIs – inklusive Schnittstellen und Kommunikation.
Gap-Analyse MDCG 2019-16
Abgleich Ihrer Sicherheitsmaßnahmen gegen die Cybersecurity-Leitlinie und die Normen IEC 62304 / IEC 81001-5-1.
Nachweise für die Tech-Doku
Prüfberichte und Verifizierungsnachweise, die Sie direkt in Ihre technische Dokumentation für die Benannte Stelle übernehmen können.
Für wen ist das?
Unsere MDR-Sicherheitsprüfung richtet sich an alle Hersteller von Medizinprodukten mit Software-Anteil.
Medizingerätehersteller
Hersteller vernetzter Geräte mit Firmware, Funk- oder Netzwerkschnittstellen.
SaMD-Hersteller
Anbieter von Software als Medizinprodukt – Web, Mobile oder Cloud.
MedTech-Startups
Junge Unternehmen, die früh auf sichere Entwicklung und Zulassbarkeit setzen.
Entwicklungsdienstleister
Dienstleister, die Medizinprodukte-Software für Dritte entwickeln und Sicherheit nachweisen müssen.
Unser Vorgehen
Ein klar strukturierter Prozess – von der ersten Beratung bis zum prüffähigen Nachweis.
Erstgespräch
Kostenlos: Wir verstehen Ihr Produkt, die Risikoklasse und den regulatorischen Rahmen.
Threat Modeling & Gap-Analyse
Bedrohungsanalyse und Abgleich gegen MDCG 2019-16 sowie die relevanten Normen.
Security-Test / Pentest
Technische Prüfung von Gerät, App, Backend und Schnittstellen nach realistischen Angriffsszenarien.
Bericht & Empfehlungen
Detaillierter Prüfbericht mit CVSS-Bewertung und konkreten Handlungsempfehlungen.
Dokumentation & Re-Test
Verifizierungsnachweise für die Tech-Doku und kostenloser Retest nach Behebung.
Weitere Standards & Regularien
Wir decken die gängigen Sicherheits- und Compliance-Anforderungen ab. Sehen Sie sich verwandte Themen an.
Häufige Fragen
Ja. Anhang I der MDR fordert in den grundlegenden Sicherheits- und Leistungsanforderungen (u.a. Ziffer 17.2) ausdrücklich IT-Sicherheit für Produkte mit Software. Die Cybersicherheits-Leitlinie MDCG 2019-16 konkretisiert, wie Hersteller dies umsetzen und nachweisen.
Nein. Die Konformitätsbewertung und CE-Kennzeichnung erfolgt durch eine Benannte Stelle. Wir liefern die technischen Sicherheitsprüfungen und Nachweise, die Sie für die technische Dokumentation und das Audit benötigen – und bereiten Sie optimal darauf vor.
Zentral sind die Leitlinie MDCG 2019-16 (Cybersecurity für Medizinprodukte) sowie die Normen IEC 62304 (Software-Lebenszyklus) und IEC 81001-5-1 (Security im Lebenszyklus von Health-Software). Unsere Prüfmethodik orientiert sich an diesen Vorgaben und an OWASP.
Je nach Produkt prüfen wir Geräte-Firmware und -Schnittstellen, Mobile Apps, Web-Portale, Backend-APIs sowie die Kommunikation und Datenhaltung – mit Fokus auf Authentifizierung, Verschlüsselung, Zugriffskontrolle und Manipulationsschutz.
Je nach Umfang und Komplexität typischerweise 2 bis 4 Wochen. Eine erste Gap-Analyse und ein Threat Modeling lassen sich oft innerhalb von 1 bis 2 Wochen umsetzen. Den Bericht erhalten Sie kurz nach Testende, sodass die Ergebnisse noch in die technische Dokumentation für die Konformitätsbewertung einfließen können.
Solche Tests übernehmen spezialisierte Sicherheitsdienstleister mit Erfahrung im regulierten Umfeld - die Prüfung muss technisch tief gehen und zugleich in die technische Dokumentation passen. Sodu Secure testet mit OSCP-, OSWE- und CEH-zertifizierten Pentestern, über 500 durchgeführten Penetrationstests und Berichten auf Deutsch und Englisch, remote oder vor Ort in Ihrem Labor.
Ein manueller Penetrationstest wird individuell nach Aufwand kalkuliert und liegt meist zwischen 4.000 und 20.000 EUR, abhängig davon, ob nur eine App und ein Backend oder zusätzlich Gerätehardware, Funkschnittstellen und Firmware geprüft werden. Der automatisierte Schwachstellenscan kostet als Einstieg 1.499 EUR. Der größte Kostenfaktor sind die hardwarenahen Prüfungen, weil dafür Testgeräte bereitgestellt und Firmware-Abbilder einzeln analysiert werden müssen.
Idealerweise zweimal: ein Threat Modeling früh im Design, wenn Architekturentscheidungen noch günstig änderbar sind, und der eigentliche Penetrationstest am funktional eingefrorenen Release-Kandidaten, kurz bevor die technische Dokumentation zur Benannten Stelle geht. Wer erst nach der Einreichung testet, riskiert Findings, die den Zulassungstermin verschieben.
Ja. Die grundlegenden Sicherheits- und Leistungsanforderungen aus Anhang I gelten für alle Risikoklassen, sobald Software Bestandteil des Produkts ist. Die Klasse bestimmt nur, wie stark eine Benannte Stelle eingebunden wird, nicht ob IT-Sicherheit nachzuweisen ist. Auch Hersteller von Klasse-I-Software brauchen Threat Modeling und Verifizierungsnachweise.
Die MDR verlangt eine aktive Marktüberwachung: Sie müssen neu bekannt werdende Schwachstellen in Ihrem Produkt und seinen Komponenten verfolgen, bewerten, mit Updates schließen und schwerwiegende Vorkommnisse den Behörden melden. Ein Penetrationstest pro Jahr oder nach größeren Releases hält diesen Prozess belegbar und liefert Nachweise für die PMS-Dokumentation.
Für den Start genügen eine Beschreibung des Produkts und seiner Schnittstellen, Zugang zu Testgerät oder Testinstanz, Testkonten in den relevanten Rollen sowie eine Ansprechperson aus der Entwicklung. Nützlich, aber nicht zwingend sind Architekturdiagramme, API-Dokumentation und vorhandene Risikoanalysen. Vertraulichkeitsvereinbarung und Testfreigabe klären wir vor Projektbeginn.
Rechtsgrundlagen & offizielle Quellen
Die EU-Medizinprodukteverordnung (MDR) verlangt in Anhang I, dass Software nach dem Stand der Technik entwickelt wird – ausdrücklich einschließlich der Anforderungen an IT-Sicherheit, Schutz vor unbefugtem Zugriff und Risikomanagement über den gesamten Lebenszyklus.
Offizielle Quellen
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